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Mi., 10. Jan.

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Hall in Tirol

A theater for the ears

A theater for the ears
A theater for the ears

Zeit & Ort

10. Jan. 2024, 20:00

Hall in Tirol, Saline 18 Hall in Tirol, 6060, Österreich

Informationen

A THEATER FOR THE EARS

Ein Abend ohne Pause für acht Sänger*innen

mit Madrigalen aus Frühbarock und Renaissance, verschränkt mit A-Ronne von Luciano Berio

Mittwoch, 10.01.2024 | 20:00

Salzlager Hall | Saline 18 (Autobahnauffahrt Hall Mitte) | 6060 HALL IN TIROL

MUSIK+ 

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BESETZUNG

Hanna Herfurtner - Sopran

Olivia Stahn - Sopran

Martha Jordan - Alt

Bernadette Beckermann - Alt

Robert Sellier - Tenor

Tim Karweik - Tenor

Florian Hille - Bass

Felix Schwandtke - Bass

Mittwoch, 10.01.2024 | 20:00

Salzlager Hall | Saline 18 (Autobahnauffahrt Hall Mitte) | 6060 HALL IN TIROL

Wenn gleich ihr, geehrte Zuschauer, gewohnt seid / Nur tragische Schaustellungen / Oder komische Zurüstungen / In mannigfacher Weise geschmückt zu betrachten / So verschmähet darum nicht / Diese unsere Komödie / ....Wisset aber indes / Dass dies Schauspiel, von dem ich spreche / Nur mit dem Geiste erschaut wird / In den es durchs Ohr, nicht durchs Auge eindringt. / Drum haltet Ruhe / und statt zu sehen, höret nun!

Lelio in Orazio Vecchis L ́Amfiparnaso

Acht Menschen, sieben Sprachen, treffen aufeinander. Sie ringen um Worte. Sie ringen mit Worten. Sie zitieren die Bibel und Goethe, der Faust die Bibel übersetzen lässt. Jemand hat das kommunistische Manifest dabei. Ein anderer Roland Barthes. Eine dritte T.S. Eliot. Sie untersuchen, üben, erforschen, sezieren Worte und Phrasen, bauen sie um und geben ihnen neue Bedeutungen. Es wird gesprochen, geflüstert, gestottert, geliebt, gelehrt, gelacht.

Eine Art Madrigal taucht auf. Später werden barocke Koloraturen exerziert. Es geht um die ganz großen Fragen, die gleichzeitig das Stück gliedern: Was war am Anfang, wo ist die Mitte, was ist das Ende, dennoch ist der Diskurs alles andere als sachlich. Die Stimmung ist affektgeladen und hochemotional.

Ursprünglich für eine Radioübertragung geschrieben, steht A-Ronne in der Tradition des späten Madrigals des 16. Jahrhunderts. Kurz bevor Claudio Monteverdi mit L'Orfeo der Musikgeschichte eine entscheidende neue Wendung gab, waren die mehrstimmigen Madrigale die beliebteste Gattung ihrer Zeit und Spielwiese für ihre Komponisten. Sie erzählen vom Leben der Menschen, vom Lieben, vom Leiden, von Hunger und Lust, komisch, tragisch, ironisch, berührend. In Vecchis Madrigalkomödie L ́Amfiparnaso gibt es noch keine sichtbare Szenerie und keine Solisten, aber dennoch äußerst klar umrissene Comedia dell ́Arte Figuren, von denen jede fünfstimmig liebt, schimpft, intrigiert, spottet.

Ein Abend, der rasant durch Zeiten, Affekte und Sprachen steuert oder um mit Berio zu sprechen:

A theatre for the mind!

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